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18. Dezember - 29. Dezember 2006
Gefahrene Kilometer: 3450 km
Strecke: #1 Sullana, Piura
> #107 Sechura, Chilayo > #1 Trujillo, Paramonga, Lima > # 20,
3, 24, 1 Matucana, Huancayo, Huanta, Ayacucho, Pisco, Ica, Nazca
> # 26, 3 Abancay, Cuzco, Santa Rosa, Puno, Copacabana
Einreise nach Peru
Die Einreise nach Peru dauert seine Zeit, es
liegt am zuständigen Zöllner, der gerade Mittag macht. Erst
als der auftaucht, bekommen wir zwei identische Formulare zum
Ausfüllen - eines für den Zoll, das andere dient, mit
Stempelchen und Unterschriften versehen, als unser Zolldokument.
Dann werden die Daten feinsäuberlich in ein dickes Buch
eingetragen, auch das dauert seine Zeit, denn ausgerechnet bei
uns fängt eine neue Seite an, der Zöllner muss also erst einmal
neue Linien ziehen und die Überschriften eintragen. Dann ist es
geschafft, nach fast zweieinhalb Stunden später. Gekostet hat
uns dieser Grenzübertritt außer Geduld nichts! Die Reise
durch die Wüste von Peru
In den ersten Tagen in Peru machen wir viele Kilometer. Wir sind
zwischen Meereshöhe und etwa 500 m Höhe unterwegs. Die Temperaturen sind
recht angenehm, denn es weht immer eine Prise vom nahen Meer her. Aber
es sind langweilige Fahrtage, wir sind es bald müde überall nur Sand zu
sehen. Die Strasse ist meist schnurgerade, nur wenn ein paar
Sandsteinhügel zu überqueren sind, wird’s ein bisschen kurviger.
Unvorstellbar, aber in dieser Einöde leben Menschen in kleinen Häusern
aus selbstgebrannten Lehmziegeln, die eher das Wort Hütten verdient
hätten. Ab und zu durchqueren wir kleine Oasen. Hier wird das Wasser aus
dem Boden geholt, um die Reis- und Maisfelder zu bewässern.
Werner legt uns ans Herz, die Chan Chan Ruinen zu besichtigen, die auf
dem Weg liegen. Solange wir uns die Ruinen anschauen, passt er auf die
Motorräder auf, er kennt die Ruinen schon. Danach fahren wir ins Zentrum
von Trojillo - ebenfalls auf Empfehlung von unserem Reisegefährten. Es
gibt einen schönen, weiten Plaza, umgeben von renovierten
Kolonialhäusern. Am Plaza halten wir, um ein paar Fotos zu machen.
Sofort kommt ein Omachen daher, fragt woher wir kommen, und umarmt uns
zur Begrüßung. Es bleiben immer mehr Leute stehen, sie fragen uns aus,
und lauschen Werner’s Erzählungen. Irgendwann bildet sich ein große
Menschenmenge um uns, Taxis bleiben mitten auf der Strasse stehen und
verursachen ein Verkehrschaos. Dann taucht auch noch Mikrofon und Kamera
auf - in Windeseile hat es sich herumgesprochen, dass wir in der Stadt
sind. Ungefragt machen sich Schuhputzer an unsere Stiefeln ran, wir
bekommen fast Platzangst und die Hitze setzt uns zu- es wird Zeit zu
verschwinden. Ein paar Fotos, gute Wünsche, endlich können wir uns
losreißen.
In Huarmey finden wir neben besseren Hostals für 50,- Soles eine
einfache Hospedaje (Gasthaus) für 30,- Soles, das sind etwa 8,- Euro.
Das Zimmer ist einfach, aber sauber, allerdings gibt’s nur kalte Duschen.
Das gesparte Geld geben wir für’s Abendessen aus: Fisch mit Pommes
Frites und Salat. Das gleiche Lokal suchen wir uns zum Frühstücken aus.
Wir bestellen Milchkaffee und Rühreier, die LKW- Fahrer neben uns hauen
sich schon übervolle Teller mit Hühnchen und trockenem Reis rein.
Abstecher in die Anden
Unterwegs fahren wir in eine größere Ortschaft, um an einem
Bankautomaten Geld zu ziehen - Maximum 500,- Soles spuckt er aus - 120,-
Euro! Damit kommen wir nicht weit, und ärgerlich ist, dass wir bei jeder
Abhebung 5,- Euro Gebühr zahlen müssen! Der Verkehr in dem Städtchen ist
grausam - jeder drängelt sich rücksichtslos mit Gehupe vor, es scheint,
wer die lautere Hupe hat, hat Vorfahrt. Wir nehmen uns die Zeit, um nach
einem Laden Ausschau zu halten, wo man eine Hupe kaufen kann, denn
Tommy’s Hupe hat zum ungünstigsten Zeitpunkt endgültig den Geist
aufgegeben.
Die Strecke heute ist ein bisschen abwechslungsreicher, teilweise fahren
wir direkt am Meer entlang, mal auf 400 m Höhe an riesigen Sanddünen
vorbei.
Wir erreichen Lima, die Hauptstadt Peru’s, wir ersticken fast am
Russgestank der vielen Autos, der Qualm beisst in den Augen, alles hupt,
alles fährt kreuz und quer, wer bremst verliert ist die Devise. Fast
eine Stunde dauert es bis wir durch die Stadt sind, dann zweigt unsere
Autopista ab in die Berge. Werner begleitet uns noch bis zur
Mautstelle, dort halten wir, um uns zu verabschieden. Er will ein paar
Tage in Lima verbringen, er hat hier Freunde, dann geht’s für ihn direkt
weiter nach Chile. Wer weiß, vielleicht treffen wir ihn dort noch mal,
wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt.
Wir müssen an den Mautstellen in Peru nichts bezahlen, vorrausgesetzt
wir fahren nicht zielstrebig auf die Schranke zu (es sind Lichtschranken,
und wenn’s zählt, dann muss man bezahlen), sondern warten bis wir
vorbeigewunken werden - meist gibt’s speziell für Moped’s einen Pfad,
den man nehmen kann, um die Schranke zu umgehen, oder man wird auf die
Gegenfahrbahn gewunken.
Wir bleiben nicht auf der Panamericana, da wir die Schnauze voll haben
von der immer gleichen Wüstenlandschaft, wir wollen endlich in die
Berge! Unser Reiseführer sagt, dass die Strecke bis Ayacucho geteert ist,
die Strecke danach nach Cuzco ist allerdings Piste. Und die soll laut
Werner ziemlich übel sein. Er ist sie letztes Jahr gefahren, er hat
für die 250 km 13 Stunden gebraucht. Er rät uns ab diese Strecke zu
fahren, zumal sie jetzt in der Regenzeit ziemlich schlammig ist. Wir
wollen sie uns zumindest anschauen, wir können von Ayacucho die
Teerstrasse nach Pisco, also wieder runter zur Küste nehmen, was
allerdings ein Riesen- Umweg wäre. Wir werden sehen...
In Lima schien noch die Sonne, aber in den Bergen hängen dunkle Wolken,
und bald fahren wir im heftigsten Regen. In San Mateo finden wir ein
schönes, neues Hotel für 40,- Soles, alle sind sehr bemüht um uns, man
merkt, dass hier noch keine Routine eingekehrt ist. Schlüssel für die
Zimmer bekommen wir nicht, ein Junge bewacht die Zimmer Tag und Nacht,
sein Bett steht im Gang, und er schließt die Zimmer bei Bedarf auf.
Beide sind wir fix und fertig - von diesem anstrengenden Fahrtag und
auch wegen dem Höhenunterschied, den wir heute überwunden haben - San
Mateo liegt immerhin auf 3200m Höhe - es scheint, als ob uns die
Höhenkrankheit ein bisschen erwischt hat. Es flimmert vor den Augen, wir
haben Ohrenrauschen und Kopfweh, bei Rosa kommt noch eine Erkältung dazu,
die sie sich vom Fahrtwind nach dem schweißtreibenden Stop auf dem Plaza
in Trojillo zugezogen hatte.
Am Morgen sind wir wieder o.k., auch das Wetter spielt mit- es regnet
nicht mehr. Die Strecke ist super, sie schraubt sich in Kehren auf über
4800 m hoch! Dort hat es die letzte Nacht geschneit, es liegt Neuschnee.
Die Strasse wird von vielen LKW’s genutzt, die sich langsam den Berg
hinaufquälen. Da aber ansonsten außer ein paar Bussen fast kein Verkehr
ist (bei Benzinpreisen von ca. 1,- USD/ Liter kann sich kaum einer ein
Auto leisten), ist das Überholen kein Problem. Wir fragen immer wieder
nach dem Zustand der Strasse, besonders die Strecke ab Ayacucho
interessiert uns. Teilweise ungeteert ist die genaueste Aussage, die wir
bekommen, aber das soll noch vor Ayacucho sein! Das war ein bisschen
untertrieben, denn es sind ganze 160 km Schotter- und Erdpiste bis
Huanta. Normalerweise kein Problem, aber die Regenzeit weicht die
Erdstrasse auf, es wird schlammig, das Wasser aus den Bergen sucht sich
seinen Weg über die Piste, wir müssen mehrere Flüsse durchqueren, die
bei Trockenheit nicht existieren. Teilweise rutscht Erde und Felsbrocken
auf die Strasse... Insgesamt keine lustige Sache, wir benötigen 6
Stunden für die paar Kilometer, wir und unsere Kälbchen kommen aber heil
in Huanta an. Es dämmert schon, als wir in diesem Städtchen ankommen, es
ist nicht schwer eine Hospedaje zu finden, die Inhaber zweier Gasthäuser
gegenüber streiten sich regelrecht um uns. Wir zahlen 20,- Soles, knappe
5,- Euro für ein neurenoviertes Zimmer, sogar eine warme Dusche gibt’s
dort, lassen uns im Restaurant um die Ecke frischen Fisch mit Reis,
Pommes Frites und Salat schmecken.
Wir fragen den Sohn unserer Wirtin nach der Strasse nach Ayacucho, er
sagt, es sei durchgehend eine “Pista”. Uns wird mulmig, denn unüblich
regnet es heute schon morgens aus allen Wolken. Er ist sehr interessiert
an unseren Motorrädern und unserer Reise, er sieht das GPS und fragt, ob
er die Koordinaten vom Gasthaus haben kann. Dann packt er eine
Videokamera aus, fragt, ob er uns filmen darf, und schließlich begleitet
er uns auf seiner kleinen Yamaha aus der Stadt, nur in Wollhosen und
dünner Jacke gekleidet. Die “Pista” entpuppt sich als beste Teerstrasse
- für uns ist “Pista” Piste, hier bedeutet es aber anscheinend
Teerstrasse - wieder was gelernt, und außerdem sind wir ziemlich froh,
denn bei diesem Regen wäre eine Piste wahrscheinlich unpassierbar....
Deshalb entscheiden wir uns, die Erdstrasse nach Cuzco nicht zu nehmen,
sondern wieder runter zur Küste zu fahren - auf Teerstrassen. Ayacucho
ist ein schönes Örtchen, aber wir halten uns nicht länger auf - zumal es
immer noch in Strömen regnet. Heute überqueren wir wieder 4000er- Pässe,
es hagelt und stürmt, als wir auf 4710m sind. Hier oben leben Indigenos
in kleinen Adobehütten (so nennt man die aus Lehm selbstgebrannten
Backsteine) ohne Heizung, unvorstellbar was das für ein hartes Leben
sein muss. Ihren Lebensinhalt verdienen sie hauptsächlich mit Ackerbau
und Vieh. Die Äcker werden mühevoll von Hand bestellt, manche haben
Ochsen, um das Feld zu pflügen, Traktoren sehen wir nur in tieferen
Lagen. Oft sehen wir, dass die Bauern ihre Felder mit Insektenmittel
besprühen - sicher Zeug, das bei uns schon längst verboten ist, aber die
Menschen hier haben bestimmt keine Ahnung, wie giftig die Mittel sind -
keiner trägt Mundschutz oder Handschuhe.. Uns fällt die Freundlichkeit
der Menschen auf - fast jeder winkt uns lachend zu, freut sich, dass wir
hier oben unterwegs sind. Die Landschaft ist ein Traum, wir bereuen den
Umweg, den wir nun machen müssen, um nach Cuzco zu kommen, keineswegs.
In Pisco hat uns die “normale” Welt wieder, wir holen mal wieder ein
paar Soles aus einem Bankautomaten. Wieder auf der Panamericana
Nun hat uns die Panamericana wieder, wir fahren heute an der Küste
entlang noch bis Ica. Dort schauen wir uns eine Hospedaje an, das Zimmer
ist super, der Preis günstig. Wir parken unsere Motorräder in der
Garage, die nach oben offen ist. Gerade wollen wir unser Gepäck abladen,
als dem Wirt Sicherheitsbedenken kommen. Er meint, es wäre nicht sicher,
es könnte jemand über das Garagentor klettern und was am Motorrad
abschrauben. Wir sind echt genervt, warum hat er das nicht vorher gesagt,
denn er hat doch unsere Motorräder schon vorher gesehen...? Also weiter...
Wir finden 20 km weiter eine ziemlich schmuddelige Bleibe, die
Motorräder sind aber sicher untergebracht, das ist das Wichtigste.
Kurz vor Nazca stoppen wir an einem Aussichtsturm, von wo man aus zwei
der mysteriösen “Linien von Nazca” bewundern kann. Der Ursprung und Sinn
dieser Linien, die vor Tausenden Jahren entstanden, ist bis heute
umstritten. Eine Theorie, die von der deutschen Mathematikerin Maria
Reiche aufgestellt wurde, besagt, dass die über 800 Linien, 300 Figuren
und 70 Tier- und Pflanzenzeichnungen einen astronomischen Kalender
darstellen sollen. Die Linien, die eine Fläche von 500 Quadratkilometer
bedecken entstanden, indem die obere, dunkle Schicht Steine
entfernt wurde, damit die helleren Steine darunter freigelegt werden.
Interessant ist, dass die Figuren eigentlich nur aus der Luft erkennbar
sind. Wie konnten die Menschen diese Figuren dann so exakt “zeichnen“...?
Eine Figur sieht übrigens aus wie ein Astronaut - sehr mysteriös... In
Nazca ist es ziemlich heiß - wir freuen uns ,dass es nun wieder in die
Berge geht - nach Cuzco. Wieder in den Anden
Die Strecke von Nazca nach Cuzco bewältigen wir in zwei Tagen und ist
wirklich ein Traum. Es geht in Kehren den Berg hinauf, immer wieder
halten wir und genießen die Aussicht auf die Wüste unter uns. Innerhalb
eineinhalb Stunden sind wir auf über 4000 m Höhe, wir überqueren mehrere
Pässe mit bis zu 4500 m Höhe, begleitet vom typischen Wetter in dieser
Jahreszeit- mal scheint die Sonne, dann stürmt und hagelt es wieder.
Kurz vor Abancay, unserem heutigen Ziel, geht’s wieder bergab bis auf
1800 m, Abancay selbst liegt auf 2300 m Höhe. Wir bekommen nasse Füße
von den unzähligen Senken, die mit Wasser gefüllt sind, das von den
Bergen hinabfließt. Undenkbar jetzt auf einer Piste unterwegs zu sein...
Wir finden ein schönes Hotel nach diesem Mammut- Tag, wir sind heute
immerhin fast 600 km gefahren, und das meiste davon in den Bergen! Auf
dem Parkplatz des Hotels erwartet uns eine Überraschung: Da stehen
bereits zwei BMWs - eine F 650 GS und eine Dakar! Erin und Mark sind vor
dreieinhalb Monaten in ihrer Heimatstadt Seattle gestartet - sie wollen
nach Südamerika Europa durchqueren. Wir tauschen abends beim gemeinsamen
Essen Reiseerfahrungen aus und verabreden uns für morgen in Cuzco.
Weihnachten in Cuzco
Wieder gibt’s ein paar Pässe zu überqueren, die Wolken geben den Blick
frei auf schneebedeckte Berge. In Cuzco finden wir ein hübsches Hostal
zum Sonderpreis von 50,- Soles, gegenüber gibt es einen bewachten
Parkplatz für unsere Kälble. Kalt ist’s, wenn die Sonne nicht scheint
und besonders nachts kühlt es empfindlich ab - wir sind immerhin auf
über 3300 m. Aber Heizung ist Mangelware, unser Hostel hat auch keine...
Heute ist Heilig Abend, auf dem Plaza ist die Hölle los, überall sind
Verkaufsstände der Indigenos. Sie verkaufen selbstgemachte Krippen, dazu
die Krippenfiguren, Souvenirs, und es gibt Essensstände. Viele Arme
sitzen auf dem Boden, und strecken ihre Hände aus zum Betteln - heute an
Weihnachten haben sie gute Chancen, jeder ist spendierfreudiger als
sonst.
Wir wagen es, an den Straßenständen zu essen - wir essen uns satt an
leckeren Fleischspießen, bevor wir uns an eine ganz besondere
Spezialität wagen: Wir haben nur eine halbe Portion bestellt, deshalb
bekommen wir nur den Kopf des Meerschweinchens serviert, dazu gibt’s
Hühnchen, getrocknetes salziges Lamafleisch, weiße glibberige Fischeier,
glitschige Algenblätter und ein Stück Gemüsekuchen - das ganze wird kalt
serviert, ausserdem ohne Besteck. Lecker ist’s nicht gerade, aber es ist essbar...
Dann sind wir mit Erin und Mark verabredet, trinken Sangria und gehen
später zusammen lecker Essen.
Am Weihnachtstag gehen wir gemütlich Frühstücken auf den Plaza, Tommy
repariert seine Hupe und die defekte Motolight an Rosa’s Motorrad. Wir
kaufen Tickets für die Tour nach Machu Picchu , und abends treffen wir
uns noch mal mit Erin und Mark zum Weihnachtsschmaus. Machu Picchu
Machu Picchu ist eine gut erhaltene Ruinenstadt der Inka, die in 2.360 m
Höhe auf einer Bergspitze über dem Urubambatal in 75 km Entfernung
nordwestlich von Cuzco liegt. Erbaut wurde die Stadt einer Theorie zu
Folge um 1450 von Pachacútec Yupanqui, einem Herrscher der Inka, der von
1438 bis 1471 regierte. Eingebettet zwischen dicht bewachsenen Bergen
war die Stadt für die spanischen Eroberer im Jahre 1532 unsichtbar und
ist dadurch der Zerstörung entgangen. Die Stadt umfasste 216 steinerne
Bauten, die mit einem System von Treppen verbunden waren. Etwa 3.000
Stufen sind heute noch erhalten, ebenso wie die Außenmauern der zum Teil
mehrgeschossigen Wohnbauten. Sinn und Zweck dieser Stadt sind bis heute
umstritten. Es existieren über sie keine Überlieferungen bzw.
wissenschaftliche Aufzeichnungen, weshalb nur Vermutungen angestellt
werden können. So wurde die Stadt, deren ursprünglicher Name unbekannt
ist, nach einem der nahe gelegenen Berggipfel benannt.
Am 2. Weihnachtsfeiertag werden wir um viertel vor 6.00 Uhr morgens
abgeholt und zum Bahnhof gebracht - der Transfer zum Bahnhof ist in dem
Tour- Paket, das wir gebucht haben, inbegriffen. Die Tour zur legendären
Inka- Stadt kostet uns 140,- USD pro Person, ganz schön viel Geld! Aber
der Besuch der Ruinen ist ein Muss...
Die Inkastadt kann nicht per Strasse erreicht werden, der Zug ist die
einzige Möglichkeit. Konnte man bis vor ein paar Jahren noch mit dem
lokalen, günstigeren Zug fahren, darf man heutzutage nur noch den
Touristen- Zug nehmen. Die Zugfahrt dauert ewig, vier Stunden sind wir
unterwegs, bis wir das Dorf im Tal unterhalb der Ruinenstadt erreichen.
Dort steigen wir in einen Bus um, der uns über eine ungeteerte
Serpentinenstrasse zu den Ruinen bringt. Der Blick von oben auf die
Ruinen ist einfach spitze, das klassische Postkartenmotiv live zu sehen
ist ein Erlebnis! Bei der gebuchten Tour ist ein englischsprechender
Führer dabei, der seine Sache sehr gut macht und alles über die Ruinen
weiß. Und wir haben anfangs Glück mit dem Wetter - als wir ankommen
scheint ein bisschen die Sonne, erst später regnet es in Strömen.
Vier Stunden Rückfahrt, die wir dösend verbringen. Alles ist aber
plötzlich jeder wach, als ein großer Felsbrocken mit lautem Getöse auf unser
Abteil knallt und eine Lampe aus ihrer Halterung springt. Wir
unterhalten uns ein bisschen mit Erin und Mark, die ebenfalls die Tour
gebucht hatten und mit zwei netten Schwaben, Helmut und Karin, die neben uns sitzen. Sie
kommen gerade von Chile und Argentinien und machen uns den Mund wässrig
mit Erzählungen von dicken argentinischen Steaks...
Um 8.00 Uhr abends sind wir wieder in Cuzco, der versprochene und tour-
inbegriffen Rücktransfer vom Bahnhof zum Hostal ist wohl vergessen
worden, wir sind nicht die einzigen, die nicht abgeholt werden. Uns
ist’s egal, ein kleiner Spaziergang tut uns gut! Noch ein Tag
in Cuzco
Während sich Erin und Mark verabschieden und am nächsten Tag
weiterziehen, hängen wir noch einen Tag dran. Zum Einen gefällt uns
Cuzco sehr gut, zum Anderen haben wir noch was zu tun - vor ein paar
Tagen ist Rosa über einen großen Stein gerumpelt, der auf der Strasse
lag. Seither hat die vordere Felge eine riesige Delle, die Tommy nun
versucht auszubeulen. Dazu muss der Reifen runter, mit Hammer und
Eisenunterlage macht Tommy sich ans Werk. Das Ergebnis ist nicht ganz
perfekt (wie auch, mit begrenzten Mitteln), aber schön muss es ja auch
nicht aussehen. Dann kommt wieder unsere Cycle Pump zum Einsatz, sind wir
froh, dass wir diese elektrische Luftpumpe haben!
Mittags geht’s Rosa plötzlich schlecht, sie muss sich übergeben, bekommt
Durchfall und abends Fieber. Liegt’s an dem Marmeladebrot diesen Morgen,
das laut Tommy ziemlich komisch geschmeckt hat? Er hat’s ausgespuckt,
Rosa hat’s gegessen - wegen ihrer Erkältung hat sie eh nichts geschmeckt
und hat’s aufgegessen.... Puno/ Titicaca- See
Am nächsten Tag geht’s weiter nach Puno am Titicaca- See. Wie immer
gibt’s keine Schilder, wir müssen uns durchfragen, bis wir aus Cuzco
rausfinden. Anfangs regnet es, unterwegs geraten wir in einen heftigen
Hagelschauer - die Hagelkörner bedecken die Strasse zentimeterhoch.
Später hellt es auf, und wir können die wunderschöne Andenlandschaft
genießen.
Puno selbst gefällt uns nicht besonders- es ist eine typische
peruanische Stadt, mit schmucklosen, halbfertigen Backsteingebäuden, viel Lärm
und Gestank und chaotischem Verkehr. Nur die wenigen Kolonialbauten
erhellen das Bild ein wenig. Trotzdem hat Puno einen Anziehungspunkt,
der viele Touristen hierher lockt: Der Titicaca- See und die
schwimmenden Inseln “Los Uros”.
Der Titicaca-See ist das höchstgelegenste kommerziell schiffbare Gewässer
der Erde. Der See liegt auf einer Höhe von 3810 m über dem Meeresspiegel, ist
194 km lang, 65 km breit und hat eine mittlere Tiefe von 140 bis 180 m,
eine maximale Tiefe von 280 m). Mehr als 25 Flüsse fließen in den See
Titicaca.
Wir finden ein schönes Hotel, handeln den Preis runter von 70,- auf 60,-
Soles. Rosa hat wieder Fieber und verbringt den Rest des Tages im Bett.
Am nächsten Morgen lassen wir uns mit einem Velo- Taxi zum Hafen
bringen, um die schwimmenden Inseln zu besuchen.
Ursprünglich begannen die Uros schwimmende Inseln zu bauen, um sich
z. B. vor den kriegerischen Inkas zu schützen bzw. zu verbergen. Die
Inseln bestehen aus kreuzweise aufgebrachten Lagen aus Totora- Schilf.
Immer wenn ein Angriff drohte, wurde die Verankerung gelöst und die Uros
zogen sich mit den Inseln auf den See zurück. Das Totora- Schilf ist
eine wichtige Lebensgrundlage. Die Boote für den Fischfang und die
Matten für den Bau der einfachen Hütten bestehen daraus. Auch in der
Ernährung spielt es eine Rolle.
Die Uros sind sehr stolz auf ihre traditionelle Lebensweise und lehnen
es strikt ab, auf das Festland überzusiedeln. Allerdings haben sie den
Tourismus als Einnahmequelle entdeckt.
Der dreistündige Ausflug zu Los Uros kostet 40,- Soles für beide. Wir
besuchen drei der kleinen Inseln, die mehrere kleine Schilfhütten, einen
Aussichtsturm und immer mehrere Souvenirstände beherbergen. Im
Hintergrund sind Inseln zu sehen mit größeren Hütten mit
Wellblechdächern. Wir vermuten, dass dies die Wohnhäuser der Menschen
sind, die Inseln, die wir besuchen, sind reine „Touristen- Inseln“. Aber
wir würden es auch nicht wollen, dass Scharen von Neugierigen in unserm
Haus rumstöbern...
Abends liegt Rosa wieder früh im Bett - Durchfall und Fieber.
Grenze nach Bolivien
Um 7.00 Uhr morgens verlassen wir schon Puno und erreichen um 10.00 Uhr
die Grenze zu Bolivien. Wir tauschen zunächst ein paar Euros, die wir
immer noch im Gepäck haben, dann geht‘s an die Ausreiseformalitäten, die
schnell erledigt sind: Stempel in Pass, Einfuhrdokument Motorrad abgeben.
Ein Mexikaner schleicht um Tommy's Motorrad und sucht nach der
mexikanischen Flagge. Enttäuscht will er sich gerade abwenden, als Tommy
ihn zurückruft - auf dem Koffer klebt sie doch! Total begeistert kramt
er nun in seiner Hosentasche und schenkt Tommy eine alte schöne
mexikanische Münze! Klick hier: Zum nächsten Reisebericht
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