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14. - 17. November 2006
Gefahrene Kilometer: 590 km Strecke: #1 Huehuetenango, Solola,
Panajachel (Lago Atitlan), Chimaltenango, Guatemala City, Juitapa,
Grenze El Salvador

Guatemala
Vier Kilometer nachdem wir die mexikanische Grenze passeirt haben, erreichen wir den Grenzposten von Guatemala. Es
ist ein sehr lebhafter Grenzübergang - nicht, dass wir warten
müssten, weil viel los ist. Aber da sind die Geldtauscher, die
in Horden auf uns zugestürmt kommen. Da ist der Markt auf beiden
Seiten des Schlagbaums und tausend Augen, die jeden unserer
Schritte verfolgen. Als erstes werden die Räder unserer Dakars
“desinfiziert”, sprich sparsam besprüht mit einer parfümierten
Flüssigkeit. Kostenpunkt 24,60 Quetzals. Also müssen wir doch
unsere restlichen Pesos beim Geldtauscher wechseln. Wir sind mit
dem Tauschkurs nicht einverstanden, er akzeptiert sofort unseren
vorgeschlagenen Kurs. Desinfektion bezahlen, dann ins
Migrations- Büro-, Einreisezettel ausfüllen. Problemlos, da der
Zettel auch in Englisch erhältlich ist. Stempel in Pass,
nächstes Büro, zuständig für die Einfuhr der Motorräder.
Praktischerweise werden hier die Daten vom mexikanischen
Ausfuhrdokument übernommen - auch hier geht alles recht schnell.
Nachdem wir die 80,- Quetzals für die Einfuhr bei der Bank
bezahlt haben, bekommen wir das Einreisedokument - eine Stunde
für die Ausreise Mexiko und die Einreise Guatemala - nicht
schlecht!
Panajachel/ Lago Atitlan
Wieder geht es in die Berge - wieder haben wir eine schöne
Strecke vor uns. Wir bemerken gleich ein paar Unterschiede zu
Mexiko: Die Maya- Frauen tragen hier ihre Lasten gerne auf dem
Kopf, meist freihändig balancierend, auf dem Rücken ein Kind,
ein weiteres an der Hand. Uns fallen die vielen kleinen Enduros
auf - meist nicht alte Schüttelkisten, sondern neue moderne
Mopeds wie Yamahas oder Suzukis. Ein weiterer Unterschied sind
die Busse - waren die in Mexiko eher modernere Reisebusse, sind
es hier ausgediente Schulbusse aus den USA. Auf dem Dach werden
alle mögliche Arten von Waren transportiert - vom Holzbündel
über Melonensack zum Korb voller festgebundener lebenden Hühner.
Innen drängen sich eine unvorstellbare Menge von Menschen. Die
Busfahrer spinnen hier. Schon in Mexiko haben wir regelmäßig den
Kopf geschüttelt, wenn Busfahrer meinten, sie müssten in der
Kurve überholen. Hier aber sind sie einfach nur lebensmüde und
riskieren dabei nicht nur ihr eigenes Leben: Sie überholen in
einer Haarnadelkurve den Berg hinauf bei dichtestem Nebel ohne
die geringste Ahnung, ob ein Fahrzeug entgegenkommt oder nicht.
Motorradfahrer zählen hier nicht viel - auch wir müssen uns eine
aggressivere, aber gleichzeitig defensive Fahrweise angewöhnen,
um nicht unterzugehen... Der Staub und der Gestank von den alten
Autos ist der gleiche wie in Mexiko, aber wir ersticken fast,
als wir alle paar Kilometer im Baustellenstau stecken - für 30
Kilometer benötigen wir eineinhalb Stunden... Das zerrt an den
Nerven, wenn mal wieder eine Rußwolke uns einnebelt, ein LKW-
Fahrer hinter uns meint, mit seinem Dauergehupe würde er
schneller vom Fleck kommen und aus dem nächsten Auto ein finster
dreinblickender Typ aussteigt, mit einem Maschinengewehr in der
Hand.... Waffen sehen wir hier viele - irgendwann geht uns ein
Licht auf: Das sind angeheuerte Sicherheitsleute, für den Fall
eines Raubüberfalls....
Wir verpassen den Abzweig zu San Marcos de Laguna, wo wir
eigentlich hinwollen. Unsere Karte ist einfach zu ungenau, und
wir haben es versäumt die Wegbeschreibung aus dem Reiseführer zu
schreiben. In Solola fragen wir nach - wir müssten die
Baustellenstrecke zurückfahren! Das wollen wir nicht, sollten
wir auch nicht, denn es ist schon 16.00 Uhr, um 18.00 Uhr wird
es stockdunkel sein, und es ist keine gute Idee, in Guatemala
als Tourist im Dunkeln auf den Strassen unterwegs zu sein...
Also weiter nach Panajachel, ein Tourist- Dorf am See, wo es
zahlreiche Hotels gibt. Die Strecke ist atemberaubend hinunter
an den See - kein Wunder, dass Lago Atitlan ein so beliebtes
Reiseziel ist! Der See wird eingerahmt von drei Vulkanen -
Volcan Atitlan (3537 m), Volcan San Pedro (3020 m) und Volcan
Toliman (3158 m). Wir biegen direkt am Ortseingang nach rechts
ab zum Hotel Tzanjuyu und fragen nach den Zimmerpreisen. Das
Doppelzimmer soll 300,- Quetzals kosten, etwa 30,- Euro! Ganz
schön viel, denkt Rosa und als sie sich das Zimmer anschaut, ist
klar, dass wir soviel nicht bezahlen für den alten muffigen Raum
mit den durchgelegenen Betten. Aber wir dürfen auf der Wiese
neben dem (leeren) Swimmingpool zelten - für 100,- Quetzals die
Nacht. Auch das kommt Rosa zuviel vor, aber selbst die
hartnäckigsten Handelversuche fruchten nix - der Preis ist fix.
Aber der Platz ist einfach spitze, wir sitzen in der ersten
Reihe, mit der besten Aussicht auf den See und die Vulkane, es
gibt schattenspendende Strohschirme mit Tischchen, und es ist
nichts los. Als es dunkel wird kommt ein Mann auf uns zu - es
ist der Sicherheitsdienst - er wird heute nacht auf uns und
unsere Motorräder aufpassen! Tagsüber hat der Besitzer ein Auge
auf unseren Zeltplatz, also beschließen wir einen Tag
dranzuhängen. Wir laufen ins Dorf - so viele Weiße auf einem
Fleck haben wir schon lange nicht mehr gesehen - das Städtchen
wimmelt nur so von Touristen! Wir haben ziemlich Hunger, und
essen in einem der kleinen Restaurants das Mittagsmenu für je
20,- Quetzals - wir bekommen dafür eine Suppe, Tortillas und
Huhn bzw. Fisch mit Rote Beete- Salat und Gemüse - nicht
schlecht! Rosa lässt sich ein hübsches Tuch für 25,- Quetzals
aufschwatzen. Das handgewebte Tuch ist es allemal wert, später
als wir durch den Markt laufen, bemerken wir, dass wir das Tuch
auch für nur 5,- Q bekommen hätten.... Handeln ist hier absolut
üblich, es wird sogar erwartet! Wir können nicht anders - unsere
Tasche füllt sich langsam aber sicher mit kleinen Souvenirs - da
ein T- Shirt, hier eine bemalte Holzmaske, noch ein paar kleine
handgemachte Püppchen - und das alles für lächerliche
Pfennigbeträge....
Wir decken uns noch mit leckerem Bananenbrot und Croissants beim
Bäcker ein bevor’s zurück zum Campingplatz geht. Um 6.00 Uhr
abends sind wir schon wieder im Zelt - zum einen weil’s
stockdunkel ist, zum anderen wegen den fiesen Mosquitos...
Jutiapa
Die gleiche Strecke über Solola geht’s zurück zur Panamericana.
Dieses Mal haben wir mehr Zeit und halten an einem
Aussichtspunkt, um ein Foto vom Lago Atitlan zu machen - echt
schön hier! Natürlich warten schon Souvenirverkäufer auf uns
Opfer, Rosa bringt es nicht übers Herz die handgemachten
Papageien für 15,- Cent pro Stück abzulehnen...
Dann geht’s weiter auf der Panamericana weiter Richtung El
Salvador. Natürlich könnten wir uns in Guatemala länger
aufhalten, es gibt viel zu sehen, landschaftlich oder kulturell,
und die Menschen sind sehr freundlich. Uns schrecken aber die
Geschichten von bewaffneten Raubüberfällen ab, bei denen
manchmal nicht nur Geld gefordert wird, sondern die ganze
Ausrüstung samt Motorrad. Ein Amerikaner wurde umgebracht, da er
sein Motorrad nicht freiwillig hergab! Klar, so was passiert nur
einem kleinsten Prozentzahl der Reisenden, aber man muss nur im
falschen Augenblick am falschen Ort sein...
Heute geht’s durch die 2- Millionenstadt Guatemala City. In einer
dreiviertel Stunde sind wir durch die Stadt durch. Nur einmal
haben wir uns verfahren (Schilder sind auch hier Mangelware),
aber dank GPS finden wir die richtige Richtung und landen wieder
auf der Panamericana. Wir hatten’s uns schlimmer vorgestellt! In
Jutiapa finden wir ein für unsern Geldbeutel teures Hotel für
50,- USD, das aber europäischen Standard bietet, einen 24 h
bewachten Parkplatz und sogar Wireless Internet- Zugang. Das
gönnen wir uns! In einer mit schwerbewaffneten Männern bewachte
Bank tauschen wir ein paar US- Dollar, um unsere Kälbchen am
nächsten Morgen noch mal voll tanken zu können. Tankstellen
gibt’s wie in Mexiko genügend, auch die Preise sind ähnlich.
Aber in Guatemala wird nicht nach Liter bezahlt, sondern nach
Gallonen...
An der Grenze zu El Salvador
Die Strecke bis zur Grenze ist landschaftlich schön, auf den
Straßen ist nichts los. Das Chaos beginnt, als wir die
Grenzstadt San Cristobal Frontera erreichen. Auf der
Hauptstrasse findet ein Markt statt - die Strasse ist nur noch
einspurig und voller Menschen. Für die paar Meter zum
Grenzposten von Guatemala brauchen wir alleine eine viertel
Stunde! Auch hier kommen gleich Geldtauscher auf uns zugestürmt
mit dicken Bündeln US- Dollar. In El Salvador hat der US- Dollar
die einheimische Währung fast vollkommen verdrängt, wir brauchen
nicht tauschen, denn wir haben uns in den USA noch mit Dollar
eingedeckt. Ein Junge, vielleicht 14 Jahre alt, stellt sich uns
vor. Daniel aus El Salvador hilft uns ohne zu fragen; er will
sich wohl ein bisschen was verdienen. Wir haben nichts dagegen,
wenn’s dadurch ein bisschen schneller geht. Die Ausreise aus
Guatemala ist recht einfach und geht schnell. Der nette Zöllner
kann ein bisschen Englisch und erklärt, dass der Einreisestempel
von Guatemala für die Länder El Salvador, Honduras und Nicaragua
mitgilt, alles in allem hätten wir in diesen Ländern eine
90tägige Aufenthaltsgenehmigung. Daher würden die El
Salvadorianer unseren Pass nicht stempeln. OK, gut zu wissen!
Die Ausfuhr der Mopeds geht ein bisschen länger, wir werden in
einen Laden um die Ecke geschickt, um ein paar Kopien der
Dokumente zu machen - immer unseren kleinen Daniel im
Schlepptau... Auf zur Grenze El Salvador!
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Übernachtungen in Guatemala:
Trailerpark Hotel Tzanjuyu
Wegbeschreibung/ Adresse: Von Solola kommend am Ortseingang rechts abbiegen (Schid)
Preis: 100,- Quetzals fuer Camping GPS- Wegpunkt: N
14°44.566 W 91°09.807
+ ruhig, Sicherheitsdienst +
Traumblick auf Lago Atitlan und Vulkane |
- Zimmerpreise 300,- Quetzals zu teuer; alte muffige Zimmer |
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Hotel del Sol, Jutiapa
Wegbeschreibung/ Adresse: Carretera a El Salvador, KM 117 (Hauptstrasse
Richtung El Salvador linke Seite)
Preis: 50,- USD GPS- Wegpunkt: N
14°17.683 W 89°54.063
+ sauber,
eigenes Bad, ruhig + 24 h bewachter Parkplatz vor dem
Hotel + Wireless Internet- Zugang inklusiv + Weststandard |
- Preis |
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