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19. Februar - 19. März 2007
Gefahrene Kilometer:4091 km Strecke:
#9 Puerto Natales, Punta Arenas > (Faehre) Porvernir, (Grenze
Argentinien) San Sebastian > #3 Rio Grande, Ushuaia (zurueck),
Rio Grande, San Sebastian (Grenze Chile) > Bahia Azul, (Grenze
Argentinien) > #3 Rio Gallegos, Puert Coig, Puerto San Julian,
Fitz Roy, Caleta Olivia, Comodoro Rivadavia, Flor. Ameghino,
Trelew, Piramides (Peninsula Valdes), San Antonio, Viedma,
Carmen de Patagones, Pedro Luro, Bahia Blanca, Dorrego, Tres
Arroyos, Juarez, Azul
Punta Arenas
Nach den erholsamen Tagen in Puerto Natales schwingen wir uns
wieder auf unsere Motorräder und fahren nach Punta Arenas. Die
Strecke ist recht langweilig, flach, Weideland, Pampa eben. Das
Wetter ist nicht schlecht, aber es ist saukalt, und wir sind
eigentlich ganz froh, dass der kleine Campingplatz, der zu dem
Hostal Independencia gehört, schon überbevölkert ist - so können
wir uns ohne schlechten Gewissens ein warmes Zimmer nehmen. Der
Tip von den Radler- Weltreisenden Nadine und Martin, die wir in
Puerto Natales getroffen hatten, war echt gut: Das Hostel ist
ruhig, günstig, sauber und der Wirt ausgesprochen nett. Punta
Arenas hat touristisch wohl einiges zu bieten. Es gibt
beispielsweise mehrere sehenswerte Museen und einen alten
Friedhof mit schönen außergewöhnlichen Bäumen. Aber wir schaffen
nur einen langen Spaziergang zur Freihandelszone der Stadt, um
unsere Lebensmittelvorräte aufzustocken. Daneben liegt der Hafen,
dort reservieren wir uns einen Platz auf der Fähre nach
Porvernir über die Magellanstraße, die „Tierra del Fuego“ vom
Festland trennt.
Die Magellanstraße ist eine Meerenge mit zahllosen Inseln und
Seitenkanälen. Sie ist 373 Seemeilen (ca. 670 km) lang und an
der engsten Stelle 2,5 Seemeilen (ca. 4,5 km) breit. Sie
verbindet den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozea und ihre
größte Bedeutung hatte sie in der Zeit vor dem Bau des Panama-Kanal.
Aber auch heute noch wird sie von vielen Schiffen befahren und
gilt als gefährliches Gewässer - der Unterschied im Wasserstand
der durch den südamerikanischen Kontinent getrennten Ozeane
sowie der starke Wind verursachen starke Strömungen und hohe
Wellen.
Der portugiesische Generalkapitän Fernando Magellan fand 1520
diese Durchfahrt auf seiner Weltumsegelung.
Tierra del Fuego
Feuerland „Tierra del Fuego“ wird die Inselgruppe an der
Südspitze Südamerikas genannt. Die gleichnamige Hauptinsel ist
47.000 km² gross und wurde 1881 durch den Meridian 68°36' westlicher Länge in einen östlichen Teil für Argentinien und einen
westlichen Teil für Chile aufgeteilt. Die Inselgruppe ist
insgesamt 73.746 km² groß und hat ca. 251.000 Einwohner, wobei
im östlichen, argentinischen etwa 151.000 und im westlichen,
chilenischen Teil etwa 100.000 Menschen leben.
Um 9.00 Uhr geht die Fähre, um 8.00 Uhr müssen wir dort sein.
Die zweieinhalbe Stunden dauernde Fahrt kostet 7700,-
chilenische Pesos, etwa 11,- EUR pro Person und Motorrad. Die
Fähre ist alt, mit Holzplanken ausgelegt und hat mal wieder nur
eine Luke, so dass die Autos wieder rückwärts auf das Boot
müssen. Uns verfrachtet man in die hinterste Ecke der Fähre, wo
eigentlich nicht genug Platz ist, quer hinter der eigentlichen
Ladefläche, eingequetscht zwischen Mülltonnen und Gerümpel. Es
dauert eine Weile bis wir die schweren Kälbchen an Ort und
Stelle haben, wir fragen uns und die Arbeiter, warum wir nicht
auch einen ordentlichen Stellplatz für die Mopeds bekommen -
schließlich zahlen wir wie jeder andere auch...
Heute weht der Wind nicht sehr stark, das Wasser ist
dementsprechend flach und die Überfahrt recht ruhig. Als wir in
die Bucht von Porvenir einfahren, begleiten uns eine Schar
kleiner schwarz- weißer Delphine. Das sind die kleinen „Commerson‘s
Delphine“, die nur hier in Patagonien vorkommen.
Die Strassen Feuerland‘s auf der chilenischen Seite sind,
ausgenommen von den letzten 40 km zur Bahia Azul, Schotterpisten.
Wir fahren zunächst entlang der Küste, die Strasse ist in bestem
Zustand, kaum Wellblech, Schlaglöcher oder tiefer Schotter. So
genießen wir die Aussicht auf den Fjord der Magellanstrasse,
schauen den Guanacos zu, wie sie elegant über die Weidezäune
hüpfen. Ansonsten ist‘s mal wieder flach, trockenes, karges
Weideland für Schafe.
Grenze zu Argentinien
Sobald wir San Sebastian, den Grenzort zu Argentinien erreichen,
beginnt der fiese patagonische Wind zu blasen. Der Name
Patagonien geht übrigens auf den portugiesischen Entdecker
Ferdinand Magellan zurück, der die Einheimischen
Tehuelche-Indianer, denen er während seiner Überwinterung im
Jahre 1520 in der Region Feuerlands begegnete aufgrund ihrer
großen Statur den Namen "Patagones" gab. Die Grenzformalitäten
sind schnell erledigt, ab nun ist die Strasse geteert, und wir
brausen in bedenklicher Schräglage weiter nach Rio Grande,
unserem Tagesziel. Diese Stadt ist uns auf Anhieb unsympathisch,
trotzdem fahren wir in die Innenstadt, um nach einer Unterkunft
zu suchen. Nirgends taucht ein Schild „Hospedaje“ auf, also
halten wir an einer Tankstelle und fragen ausgerechnet einen
alten verwirrten Opa, der eine Weile überlegt, aber uns dann
doch nicht weiterhelfen kann. Kurzentschlossen fahren wir weiter
- nach Ushuaia.
Ushuaia
Ushuaia ist die südlichste Stadt Argentiniens und streitet sich
mit dem auf der zu Chile gehörenden Insel Navarino gelegenen
Puerto Williams um die Ehre, südlichste Stadt der Welt zu sein.
Das Wort Ushuaia kommt aus der Sprache der Ureinwohner Yámana
und bedeutet „Bucht, die nach Osten sieht“.
Ab Rio Grande ist‘s nahezu windstill, wir geben Gas und fahren
statt unserem üblichen Reisetempo von 80 km/h mit 100 Sachen.
Wir wollen uns beeilen, denn es ist spät und arschkalt - wir
möchten noch vor Sonnenuntergang unser Zelt aufstellen....
Landschaftlich ändert sich‘s allmählich: Uralte, vom Wind
geformte, kahle Bäume wechseln die karge Steppe ab, von den
Ästen hängen lange Moosflechten. Die Bäume werden höher und
grüner, es wird hügelig, wir sehen Schnee auf den Bergen
aufblitzen. Die Strasse wird kurvig, sogar einen kleinen Pass
überqueren wir - Fahrspaß pur! Schlotternd vor Kälte kommen wir
in Ushuaia an. Zum Glück wissen wir, wo wir hinwollen, und wir
haben auch die Wegbeschreibung zu dem Campingplatz „La Pista del
Andino“. Der ist uns von mehreren Leuten wärmstens empfohlen
worden, da er über der Stadt liegt mit toller Aussicht auf den
Beagle- Kanal. Außerdem gibt es eine beheizte Hütte mit kleiner
Küche, die man nutzen kann - sehr wertvoll bei dieser Kälte!
Der Beagle-Kanal ist eine natürliche Wasserstraße, die den
Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Sie bildet seit 1881 einen
Teil des Grenzverlaufs zwischen Argentinien und Chile. Der Kanal
hat seinen Namen nach dem Forschungsschiff HMS Beagle, mit dem
Robert FitzRoy die Wasserstraße 1835 entdeckte. Der Beagle-Kanal
war namensgebend für den Beagle-Konflikt 1978 zwischen
Argentinien und Chile.
Auf dem Campingplatz treffen wir die holländische Familie
wieder. Hier nach Ushuaia sind sie nur mit ihrem Pickup gekommen
- den riesigen Wohnanhänger haben sie in Rio Gallegos stehen
lassen. Es wird ein lustiger gemeinsamer Abend, den wir im
Campingplatz- Restaurant verbringen. Noch eine Holländerin, die
wir schon kennen, sehen wir hier wieder - sie ist ganz alleine
auf dem Fahrrad in Südamerika unterwegs.
Drei Tage verbringen wir in Ushuaia, lassen die Mopeds stehen,
erkunden die Stadt zu Fuß, schreiben Postkarten aus der
südlichsten Stadt der Welt und relaxen. Zwar gibt es auch hier
ein paar lohnenswerte Museen, oder wir könnten in den
Nationalpark „Tierra del Fuego“, aber nun ja, wir geben‘s zu -
wir geben das Geld lieber für ein paar Souvenirs aus.
Es regnet oft, abends sitzen wir in der warmen Hütte, lauschen
gezwungenermaßen den Erzählungen anderer Langzeitreisender, bis
es uns zuviel wird. Reisende sind nicht alle gleich - es gibt
durchaus sehr unsympathische Spezies darunter. Das sind für uns
vor allem diejenigen, die sich nur für sich selbst interessieren
und sich selbst ein bisschen zu wichtig nehmen. Sie erzählen nur
von sich, unterbrechen die Gespräche anderer und hören aber
selbst nie zu.
Nachts kühlt es empfindlich ab, draußen hat‘s um die 0 Grad, im
Zelt immerhin 6, in den nächsten Tagen soll es schneien, also
auf geht‘s wieder nach Norden!
Wieder nach Norden
Mit allen Klamotten an, die wir so haben, machen wir uns bei
schönem Wetter auf den Rückweg nach San Sebastian, die gleiche
Strecke, die wir schon hergekommen sind. Eine andere Wahl haben
wir nicht, die Ruta 3 ist die einzige Strasse durch das
argentinische Feuerland nach Ushuaia. Laut Karte gibt es zwar
eine Schotterpiste, die zu diversen Estancias (Bauernhöfe)
führt, aber das wäre zum Einen ein Umweg, zum anderen freuen wir
uns mal wieder auf Asphalt unterwegs zu sein.
Ein letztes Mal in Chile
Dieses Mal geht‘s an der Grenze nach Chile ein bisschen
schleppend voran - einige Busse müssen abgefertigt werden und
unser Zöllner schaut lieber Fernsehen als dass er unsere
Dokumente für die Motorräder ausfüllt und streckt sie uns hin -
wir sind routiniert, es sind immer die gleichen Formulare
auszufüllen, der Zöllner schaut ganz ungläubig, als wir schon
wieder am Schalter stehen.
In Chile geht‘s auf der staubigen Schotterpiste # 257 durch
einsame Steppe nach Bahia Azul, von wo die Magellanstrasse
wieder per Fähre überquert werden muss. Bahia Azul ist überall
angeschrieben, aber auf keiner unserer Landkarte verzeichnet -
zum Glück wissen‘s wir von anderen, dass Bahia Azul der
Fährhafen ist. Die Strecke ist recht einsam, erst kurz vor Bahia
Azul kommen uns Autos entgegen, und wir werden überholt. Wir
wissen, dass die Fähre etwa jede Stunde übersetzt und hoffen,
dass wir sie noch erreichen - wir schaffen es gerade so, ein
paar Minuten später wie nach Fahrplan setzt sie ab -
wahrscheinlich hat ein Autofahrer, der uns überholt hat Bescheid
gesagt, und sie haben auf uns gewartet. Wir sind froh drum, denn
es ist schon 17.30 Uhr...
Die halbstündige Überfahrt ist schauklig, die Mopeds werden für
so eine kurze Fahrt nicht verzurrt und wir bleiben bei den
Motorrädern stehen. Die Fähre ist recht groß, neueren Datums und
besitzt zwei Luken - kein umständliches Einparken ist hier
nötig. Diese moderne Fähre ist hier auch notwendig, denn die
argentinische Ruta 3 ist die Hauptverkehrsverbindung nach
Feuerland und wird von vielen LKW‘s genutzt.
Wir überlegen kurz, in dem alten verlotterten Hotel, das wir auf
dem Weg zur argentinischen Grenze passieren, zu übernachten. Das
sieht schon von außen nicht sehr einladend aus, also weiter.
Rio Gallegos/ Argentinien
Wir erreichen die Grenze zu Argentinien, alles geht schnell und
problemlos und dieser lange Fahrtag endet nach 581 km in Rio
Gallegos. Dort wissen wir von der holländischen Familie einen
Campingplatz etwas außerhalb der Stadt, also müssen wir nicht
lange suchen und stellen unser Zelt dort auf.
Die Nacht ist unruhig, starker Wind zerrt an unserem Zelt und
lässt uns kaum schlafen. Der Wind wird gegen morgen eher noch
schlimmer, wir entscheiden zu bleiben und laufen zu Fuß Richtung
Stadtmitte, die etwa 5 km entfernt liegt. An der Ruta #3
angekommen, haben wir die Schnauze voll vom Laufen - der Wind
ist extrem stark, und wir sind ganz aus der Puste von dem kurzen
Stück. Schon der erste Autofahrer stoppt, als wir den Daumen
rausheben und nimmt uns bis in die Stadt mit.
Dort tauschen wir die restlichen chilenischen Pesos in
argentinische um - zu einem saumäßig unverschämt schlechten Kurs
in einer Wechselstube - Banken wechseln interessanterweise keine
chilenischen Pesos... Dann kaufen wir im Supermarkt ein - 1 kg
Fleisch für‘s Asado, Grillkohle, Salat und Wein. Heute lassen
wir es uns mal wieder gut gehen! Früh verschwinden wir im Zelt,
denn es ist mal wieder sehr sehr kalt.
Der Wind flacht ab, am nächsten Tag ist es fast windstill und
wir packen unseren Krempel zusammen, um nach Puerto San Julian
zu fahren.
Puerto San Julian
Wieder durchqueren wir langweilige, flache Steppe, die bedeckt
ist mit kurzen Grasbüscheln und niedrigen Sträuchern. Es gibt
viele Guanacos und Nandus, ab und zu verschwindet ein kleiner
Fuchs im Gebüsch oder liegt plattgefahren auf der Strasse.
Es ist kalt, deshalb halten wir an einer YPF- Tankstelle, um uns
aufzuwärmen. Diese Tankstellen sind klasse, man bekommt für
wenig Geld kleine Mahlzeiten, die Toiletten sind immer sauber,
und es gibt sogar Klopapier.
In San Julian angekommen, gilt der erste Gang der Tourist- Info.
Mal wieder von der holländischen Familie haben wir den Tip
bekommen, einen Bootsausflug zu einer nahen Insel zu machen.
Dort gibt es eine Pinguin- Kolonie, und mit einem Führer kommt
man ganz nah an die lustigen Tierchen heran. Wir werden zum
Hafen geschickt, und dort spricht uns auch gleich ein Mädchen
wegen der Tour an. Normalerweise wird die Tour nur für
mindestens vier Personen angeboten, aber nach Absprache mit dem
„Kapitän“ reichen wir zwei. Wir verabreden, dass wir zunächst
unser Zelt auf dem Campingplatz aufstellen und dann
zurückkommen. Unser Zelt steht gerade, da werden wir mit dem
Auto abgeholt - es haben sich noch zwei Kanadier eingefunden.
Bei der Tour ist eine englischsprechende Führerin dabei, die uns
auf der Fahrt zu der kleinen Pinguininsel viel von der
Geschichte des Orts und der Umgebung erzählt. Zur Insel werden
wir vom Kapitän Huckepack genommen, damit wir keine nassen Füße
bekommen. Langsam und vorsichtig , um sie nicht aufzuschrecken,
spazieren wir in großen Bogen an den kleinen am Strand
versammelten Magellan- Pinguinen vorbei. Weiter oben gibt es
kleine Sträucher, unter ihnen haben die Pinguine Bruthöhlen
gegraben. Wir schauen in die Höhlen und entdecken tatsächlich
brütende Eltern oder flauschige Junge! Auf dem Weg zurück zum
Hafen von San Julian fahren wir kreuz und quer, denn mit ein
bisschen Glück es gibt noch etwas zu sehen: Die kleinen schwarz-
weißen Commerson‘s Delphine, die wir schon bei der Überfahrt der
Magellanstrasse gesehen haben. Wir haben Glück und sehen eine
Delphin- Mama mit einem kleinen Baby, ein anderer Delphin kommt
sogar auf unser Boot zugeschwommen. Ein toller Anblick und ein
überaus lohnender Ausflug!
Comodoro Rivadavia
Eigentlich hatten wir nicht unbedingt vor in einer Stadt zu
übernachten, aber als wir nach einem erneut langweiligen Fahrtag
mit Aufwärmstop in einer Tankstelle in Comodoro Rivadavia
ankommen, zieht ein Sturm auf mit Regen- und Graupelschauer, der
uns wieder in eine Tanke flüchten lässt. Wir entscheiden uns,
hier eine Bleibe zu suchen, folgen den Hinweisschildern zu einem
Hotel. Das Zimmer dort ist eher ein Loch, mit 80,- Pesos finden
wir es überteuert, zudem ist der Parkplatz einen Block weiter.
Am zweiten Hotel, das wir ansehen, gibt es außer dem Preis
nichts auszusetzen, wir wollen die 130,- Pesos aber nicht
ausgeben und suchen weiter. Wir überlegen, was zu tun ist,
entscheiden aus der Stadt herauszufahren, um eventuell einen
Campingplatz zu finden. Wir folgen einem Schild, das auf einen
Zeltplatz hinweist. Die Strasse endet in einem hübschen
Fischerdorf, dort fragen wir nach dem Campingplatz. Fehlanzeige,
hier gibt‘s nichts... Schließlich landen wir doch in dem teuren
Hotel - zwei Stunden, nachdem wir in dieser Stadt angekommen
sind, und mit unnötigen 50 km mehr auf dem Tacho, die wir
gefahren sind, um den Zeltplatz zu suchen....
Trelew
Je weiter nördlicher wir kommen, um so wärmer wird es. Täglich
fällt ein Teil unserer Zwiebelwärmschale weg, wir freuen uns
über das schöne Wetter und die wärmende Sonne. Die Landschaft
haut uns, wie in den letzten Tagen, nicht vom Hocker, obwohl wir
heute ein hügeliges Gebiet überqueren mit immerhin 700m
Meereshöhe. Ohne Pause spulen wir die 380 km bis Trelew ab. In
die Stadt müssen wir, um Geld zu holen. Auch wollen wir ein paar
Vorräte einkaufen und ins Internet, bevor‘s auf die Halbinsel
Valdes geht, unserem heutigen Ziel.
Schnell ist ein Geldautomat gefunden, praktischerweise vor dem
Supermarkt, gegenüber der Strasse ist ein Internetcafe. Beim
Geldziehen stimmt irgendwas nicht, anscheinend ist die PIN-
Nummer falsch...? Wir versuchen den Vorgang abzubrechen, der
Geldautomat fängt an zu piepsen und schaltet einfach ab - ohne
vorher unsere Karte herauszuspucken. Mist! Wir schauen, ob wir
wir wirklich die falsche Nummer eingegeben haben. Nee, die
stimmt. Dann bemerken wir den Fehler: Wir haben aus Versehen die
Kreditkarte anstatt der EC- Karte in den Automat gesteckt, also
hat die PIN- Nummer natürlich nicht gestimmt... Wir stehen etwas
ratlos vor dem Automaten, hauen drauf, es nutzt nichts, die
Karte bleibt drin. Wir sprechen eine Frau an, die vor der Tür
wartet und fragen, ob sie uns helfen kann. Glücklicherweise
spricht sie ein wenig Englisch und will bereitwillig helfen. In
der gleichen Avenida befindet sich die zuständige Bank für den
Geldautomaten. Es ist schon mittags, nach 13.00 Uhr, die Banken
sind für den Publikumsverkehr nur vormittags geöffnet. Wir
klingeln, ein Sicherheitsfuzzi öffnet nach unserem
Sturmgeklingel nach einer Weile die Türe für einen kleinen Spalt
und schaut griesgrämig raus. Unsere nette Helferin schildert ihm
unser Problem, er schüttelt den Kopf - Manana, morgen. Wir
wollen nicht aufgeben, wir haben wirklich keine Lust wieder in
einer Stadt zu übernachten, wir wollen noch heute zur Peninsula
Valdes! Also gehen wir zur Hauptzweigstelle der Bank und fragen
dort nach. Die sind freundlicher, versuchen den Typ, der die
Automaten öffnet, dazu zu bewegen, die Karte herauszuholen. Der
verneint - es ist wohl eine größere Aktion, denn beim Öffnen des
Automaten muss ein Polizist dabei sein. Der Automat wird täglich
geöffnet, aber nur morgens. Manana, morgen um 11.00 Uhr können
wir erst unsere Kreditkarte wiederbekommen... Noch geben wir
nicht auf, der nächste Gang gilt der Touristinfo, die uns aber
das gleiche sagen, vor morgen geht nichts. Wir werden noch mit
einem Stadtplan und einer Hotelliste ausgestattet, und die
Mädels setzen uns ein Schreiben für die Bank auf, das unser
Anliegen erklärt und morgen das Wiederbekommen der Kreditkarte
erleichtern wird. Wir bedanken uns herzlich bei der
hilfsbereiten Dame, die sich über eine Stunde für uns Zeit
genommen hat und checken im Hotel gegenüber der Bank ein, um
morgen schnell startklar zu sein.
Tatsächlich ist es kein Problem, die Karte wiederzubekommen. Wir
strecken unseren Schrieb hin, zeigen den Reisepass,
unterschreiben einen Zettel und bekommen die Kreditkarte in die
Hand gedrückt...
Puerto Piramides/ Peninsula Valdes
Die etwa 3625 km² große Halbinsel Valdes ist Naturreservat,
wurde 1999 von der UNESCO auf die Welterbeliste gesetzt, und man
muss Eintritt bezahlen - 35,- Pesos pro Person. Der Eintritt
gilt eigentlich nur für einen Tag, aber wenn man in Puerto
Piramides übernachtet, kann man solange bleiben wie man will.
Wir fragen nach Campingplätzen, uns wird der Polizeicampingplatz
empfohlen, da auf dem Gemeinde- Zeltplatz gerade ein
Motorradtreffen über‘s Wochenende stattfindet, mit Live- Musik
bis spät in die Nacht. Der unfreundliche Polizist schüttelt den
Kopf, als wir fragen, was das Zelten kostet. Wir müssten auf den
Gemeindecampingplatz, dieser sei nur für Polizeiangehörige...
Alles winkt und johlt als wir eintreffen, wir aber biegen ab in
eine ruhigere Ecke, um erst mal einen Platz zum Zelten zu
suchen. Der Campingplatz liegt direkt hinter‘m Strand, der Boden
besteht aus feinem Sand. Kein Wunder, dass die Ecke, die wir uns
ausgesucht haben, noch leer ist - der Sand ist tief, Rosa zögert
noch, Tommy fährt rein und bleibt prompt stecken. Hilfsbereite
Biker kommen und helfen Tommy‘s Dakar, die bis zur Kette
eingebuddelt ist, rauszubekommen. Wir stellen unsere Mopeds also
zuerst mal ab und gesellen uns zu den Motorradfahrern. Die
versorgen uns gleich mit Bier und Keksen, fragen, ob wir über‘s
Wochenende bleiben. Ja klar!
Das Wochenende auf dem Motorradtreffen macht Spaß. Wir lernen
viele nette Leute kennen, trinken Mate, das Traditionsgetränk
der Argentinier und erleben das erste Mal ein richtiges Asado.
Dazu hat die Gemeinde 15 Schafe gestiftet! Die werden als ganzes
Stück und flach auf einen kreuzförmigen Eisenspieß gebunden, der
Spieß senkrecht in die Erde gesteckt. Ein großes Lagerfeuer
dient dazu Kohle zu produzieren, die Kohle wird unter die Spieße
verteilt und es dauert sage und schreibe drei Stunden bis so ein
Schaf gar ist. Man nimmt ein Messer in die eine, ein
aufgeschnittenes Stück Baguette in die andere Hand, umfasst
damit ein Stück vom Hammelspieß und schneidet sich ein
großzügiges Stück Fleisch ab. Nun dient das Messer dazu, sich
direkt vor dem Gesicht kleine mundgerechte Stücke vom Fleisch
abzuschneiden - so lecker! Wir hauen uns den Bauch voll,
lauschen der Live- Musik und schauen den wenigen Tänzern zu.
Nachts allerdings verfluchen wir das Fest, denn wir haben unser
Zelt genau gegenüber der Tribüne aufgebaut, nur durch eine Hecke
getrennt und wir werden beschallt bis morgens um 3.00 Uhr.
Eigentlich sind wir hierher gekommen, um die Ruhe zu genießen,
um Tiere wie Seelöwen, See- Elefanten und hoffentlich auch Orkas
zu beobachten, und nicht um an einem Motorradfest
teilzunehmen.... Nach einer Runde Mate am nächsten Morgen sind
wir wieder versöhnlicher gestimmt, bleiben wir halt hier bis das
Fest vorbei ist und fahren dann zu den Aussichtspunkten, von wo
aus man die Tiere beobachten kann. Und wir holen unseren Schlaf
mittags nach, machen Siesta während die Motorradfahrer einen
Konvoi bilden und durch die Ortschaft brausen.
Sonntag Abend sind die meisten schon abgefahren, das Programm
geht aber weiter, es gibt Folklore- Musik und wieder Asado.
Jeder, der mitessen will zahlt 5,- Pesos, Fleisch wird gekauft
und auf den riesigen Grill geworfen, dieses Mal gibt‘s Rind und
Hähnchen. Rechnet man in Deutschland vielleicht mit 200 - 300g
pro Person, sind es hier locker 500g, wenn nicht noch mehr!
Am nächsten Morgen ist der Spuk vorbei, und wir sind, abgesehen
von ein paar Hippies, die Dauerbewohner hier sind, fast alleine
auf dem Campingplatz. Ständig wehen Windböen Sand in unser Zelt,
die Motorräder sind von einer feinen Sandschicht überzogen, der
Sand ist alles andere als gut für unser Material! Wenn das
Motorradtreffen nicht gewesen wäre, wären wir schon längst weg
von hier. Da man aber recht früh unterwegs sein muss, um zur
Flutzeit bei den Aussichtspunkten zu sein, haben wir gewartet
bis das Fest vorbei ist, damit wir halbwegs früh und
ausgeschlafen aus den Federn kommen.
Wir entscheiden, die See- Elefanten auszulassen und nur zum
Punta Norte zu fahren, wo man Seelöwen sieht und wo regelmäßig
Orkas auftauchen, um sich ein Junges zu schnappen. Dazu nehmen
sie Anlauf, hechten quasi auf‘s Land, schnappen sich ein
Jungtier und robben zurück ins Wasser. Das ist zwar eine blutige
Angelegenheit, aber muss natürlich sehr spektakulär anzusehen
sein. Von den 80 km zu Punta Norte sind 75 km Schotterstrasse.
Die ist extrem staubig, und wir fahren vorsichtig, denn immer
wieder passieren wir Stellen mit tiefem Sand. Schon auf dem
Parkplatz ist was geboten - endlich sehen wir mal ein Gürteltier
aus der Nähe! Das scheint Menschen gewöhnt zu sein, lässt sich
von uns nicht dabei stören, mit seiner nassen Nase im Dreck zu
stöbern, um irgendwelche Körnchen zu finden. Wenn es sich
bewegt, knarrt der Rückenpanzer, das Viech sieht aus wie aus der
Steinzeit! Ein paar kleine Füchschen tollen herum, auch sie
haben keine Scheu. Endlich können wir uns losreißen, laufen zum
Aussichtspunkt auf die Bucht, beobachten die Seelöwen, unzählige
Gürteltiere und warten auf Orkas. Das letzte Mal wurden sie an
dem Tag gesehen, als wir in Puerto Piramides angekommen sind.
Hätte der Geldautomat unsere Kreditkarte nicht eingezogen, wären
wir an diesem Tag zu Punta Norte gefahren, und wir hätten sie
gesehen... So warten wir vergeblich, aber der Ausflug war sehr
lohnenswert - schon wegen den goldigen Gürteltieren!
Abends lernen wir Hans aus Hamburg kennen, der mit dem Fahrrad
unterwegs ist. Gemeinsam gehen wir in ein Restaurant und lassen
uns Fisch und Steak schmecken, tauschen Reisegeschichten aus.
Dann endlich, nach vier Tagen im Sandkasten, geht‘s weiter nach
Viedma.
Viedma
Trotz Regen packen wir zusammen - das Zelt wiegt bestimmt mit
dem ganzen Sand, der nun überall klebt und sich im nassen
Zustand nur schwer entfernen lässt, 1 kg mehr als sonst. Die
ganze Strecke nach Viedma regnet und windet es - ein sehr
ungemütlicher Tag ist das heute. In Viedma braucht es einige
Zeit bis wir mangels Beschilderung den Gemeindecampingplatz
finden. Inzwischen hat es glücklicherweise aufgehört zu regnen,
und wir können das Zelt vom Sand befreien. Auch am nächsten Tag
sieht das Wetter nicht so besonders aus, und wir entscheiden
einen Ruhetag einzulegen, obwohl der Platz alles andere als
ruhig ist - Musik tönt bis nachts um 2.00 Uhr zu uns herüber -
ganz in der Nähe ist ein Kirmesplatz... Marianne und Karl, ein
Schweiz- österreichisches Ehepaar hat ebenfalls auf dem
Campingplatz übernachtet. Sie sind mit einem 7,5t LKW mit Aufbau
unterwegs. Lange unterhalten wir uns mit ihnen, die zwei reisen
schon seit 25 Jahren! Sie haben Arbeitgeber gefunden, die ihnen
erlauben 5 Monate im Jahr zu arbeiten und den Rest unbezahlten
Urlaub zu nehmen! Der LKW ist recht spartanisch ausgerüstet, ein
Bett, eine Kochgelegenheit, ein Klo, das war‘s. Sie halten nicht
viel von Elektronik, die schwer zu reparieren ist, wenn sie
kaputt geht - da haben sie Recht! Wir verabreden uns für den
nächsten Tag in Monte Hermoso, wo die beiden einen schönen
Campingplatz kennen.
Monte Hermoso
Gerade ist das Zelt eingepackt und steht das Frühstück auf dem
Tisch, da fängt‘s an zu regnen. Eilig packen wir zusammen und
machen uns auf den Weg. Hätten wir uns für heute nicht
verabredet, würden wir sicher noch einen Tag länger bleiben...
Unterwegs wird das Wetter besser, nur der Wind hält uns in
permanenter Schräglage. Von der Ruta #3 zweigt die Strasse nach
Monte Hermoso ab, anfangs geteert, ab dem Abzweig zum
Campingplatz ist‘s eine Schotterstrasse, die zunehmend in Sand
übergeht. Wir eiern langsam durch den Sand - wenn wir nicht
verabredet wären, würden wir umkehren, denn wir wollen nicht
schon wieder im Sand zelten...
Marianne und Karl erwarten uns schon, sie haben gestern
eingekauft und wollen uns zum Essen einladen. Der Platz ist zwar
sandig, aber windstill - wir bleiben. Es wird ein sehr netter
Abend, Marianne macht einen leckeren Salat, es gibt zarte
schmackhafte Steaks und auch noch Mousse au Chocolat mit Sahne
zum Dessert. Staunend hören wir die Geschichten aus aller Welt,
die sie in ihren zig Jahren auf Reisen erlebt haben.
Beneidenswert, das Leben das sie führen! Die beiden sind
ebenfalls auf dem Weg nach Buenos Aires, und wir verabreden in
Kontakt zu bleiben, um uns wenn möglich noch mal in Buenos Aires
zu treffen.
Azul
Nach einer ruhigen Nacht (endlich können wir mal wieder gut
schlafen!) verabschieden wir uns von Marianne und Karl, um nach
Azul zu fahren. Azul ist eine Kleinstadt mit etwa 16000
Einwohnern, die eigentlich für Touristen nicht viel zu bieten
hat. Sie ist aber bekannt unter Motorradreisenden, denn es gibt
hier eine Anlaufstelle. Die „La posta del viajero en moto“ wird
von Jorge, genannt „Pollo“ (Hähnchen) geführt. Es gibt einen
kleinen Raum mit ein paar Betten, Tisch und Stuhl und einer
Küchenzeile, im großzügigen Garten hinterm Haus kann man zelten.
Das ganze ist umsonst, Jorge will nichts daran verdienen,
sondern er freut sich einfach nur, wenn Reisende aus aller Welt
ihn besuchen! Die Wände in der Posta sind kreativ bemalt von den
Reisenden, die hier meist länger als geplant sich aufgehalten
haben. Einer hat ein Kässchen aufgestellt, und jeder Besucher
sollte etwas hineinwerfen, denn Jorge hat natürlich Auslagen für
Wasser, Strom und Gas. Letztes Jahr wurde Jorge sogar nach
Deutschland eingeladen. Mika Kuhn, ein bekannter
Motorradreisender, hat sich das Gästebuch vorgenommen, Adressen
herausgeschrieben von den Reisenden, die hier schon waren. Mit
den Spenden haben sie den Deutschlandbesuch Jorge‘s ermöglicht,
er war 4 Wochen dort, jemand hat ihm sein Motorrad geliehen, und
er hat einige der Leute besucht, die einmal Gast bei ihm in der
Posta waren. Eine klasse Idee! Gerade als wir vor der Tür
parken, um zu klopfen, kommt Jorge schon herausgestürmt und
empfängt uns überaus herzlich. Wir sollen solange bleiben, wie
wir wollen, vielleicht bis zum nächstes Wochenende, denn da gibt
es ein großes Asado in der Posta, er erwartet etwa 40
Motorradfreunde. Mal sehen, eigentlich wollten wir nicht länger
als ein oder zwei Tage in Azul verbringen.
Aber auch wir bleiben länger als geplant. Tommy richtet die
Mopeds her, säubert sie, reinigt die Luftfilter, wechselt Öl und
Hinterreifen - der Avon Gribster hatten wir seit Mexiko
montiert, er hat über 21.000 km gehalten! Auch der Ölwechsel,
den wir normalerweise nach 10.000 km machen, haben wir immer
wieder vor uns hergeschoben, da wir keinen geeigneten Platz dazu
hatten. Erst nach über 16.000 km erneuern wir dieses Mal das
Motoröl...
Nachts schlafen wir die ersten Tage nicht sehr gut, denn es ist
Wochenende und „Fiesta de la vaca“ - Rinderfest. Das dauert bis
spät in die Nacht, am Freitag und Samstag ist um 3.00 Uhr
Schluss, am Sonntag sogar erst um 4.00 Uhr! Samstag Abend
besuchen wir das Fest, bestaunen das riesige Asado - ganze
Rinder werden auf ein Gitter gebunden, komplett mit Fell
brutzeln sie den halben Tag über heißer Kohle, bis sie fertig
sind. Das Fleisch ist herrlich zart und überaus schmackhaft!
Wir sind nicht die einzigen Motorradreisenden, die in Azul
vorbeischauen. Da ist beispielsweise Juan aus Kolumbien, der Südamerika mit
seiner BMW 1200 GS bereist, ein Kanadier, ebenfalls mit einer
BMW unterwegs bleibt eine Nacht, und wir lernen Michael kennen,
der mit einer Yamaha Supertenere unterwegs ist. Und da ist Holger: Er fährt mit seinem Fahrrad durch die Weltgeschichte und
erholt sich ebenfalls in Azul - die Posta ist inzwischen auch
unter Radfahrern ein Geheimtipp geworden. Wir treffen
ausserdem Nazareth und Gisela, die beide in Azul leben. Sie
sind befreundet mit Jorge und seiner Frau Monika und kommen
daher
öfters mal in der Posta vorbei. In Nazareth's Haus dürfen wir
für's Wochenende einziehen, während sie in Buenos Aires ist - klasse,
mal wieder ein festes Dach über dem Kopf zu haben!
Viel Zeit verbringen wir im Internet, um unsere weitere
Route zu planen. Afrika fällt aus - zwar haben wir ein Carnet de
Passage, aber das ist abgelaufen und liegt zuhause In
Deutschland. Es ist uns
zu aufwendig und teuer es verlängern und hierher schicken zu
lassen. Wir entscheiden uns, die Mopeds nach Deutschland zu
verschiffen, um über Polen und die baltischen Staaten zu fahren,
bevor's dann im Spätsommer nachhause geht. Michael gibt uns die Emailadresse von Kalle, der schon
mehrmals mit Hamburg- Süd verschifft hat - über ihn erfahren wir,
dass wir keine Kiste für die Verschiffung benötigen - das hört
sich gut an und überzeugt uns. Es gibt mehrere Mitarbeiter bei
Hamburg- Süd in Buenos Aires, die deutsch sprechen, auch das ist von Vorteil.
Kurz überlegen wir, ob wir mit Grimaldi verschiffen und als
Passagier mit auf das Frachtschiff gehen - das kostet etwa
1500,- EUR pro Person und Motorrad - dasselbe, was wir pro Nase für
Flug und Verschiffung zahlen. Aber uns schreckt die lange
Zeit auf dem Frachter ab - Untätigkeit und Langeweile tut uns
beiden nicht besonders gut... Dann geht's an's Abschiednehmen,
wir machen uns zur letzten Etappe mit unseren Motorrädern in
Südamerika auf - nach Buenos Aires.
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